Freitag, 20. August 2010

Das achte unsäglich nierderschwellige Abenteuer der mittelmäßigen Sonja

Dieses Abenteuer der mittelmäßigen Sonja sollte eigentlich mit den Worten beginnen: Als die Welt noch anisfarben war und nach Trockenfrüchten schmeckte, gab es keinen Grund für Mittelmäßigkeit … - dann wurde mir aber bewusst, um wen es geht, und ich verwarf diesen Anfang.

Stattdessen möchte ich beginnen mit: Als die Welt noch eine mittelmäßige Trockenfrucht war, nämlich eine Anis aus dem fernen Lande Bogobogo, passte niemand besser in ein kleines Dreckskaff (dessen Namen ich vergessen habe) auf dieser Trockenfrucht-Erde, als die mittelmäßige Sonja.

Sonja hatte den Vormittag geraucht, heimlich versteht sich, hinterm Schuppen, in dem die Gästetoiletten untergebracht waren, nämlich deshalb, weil sie im Haus gar keinen Sinn machten, die Gästetoiletten. Nun fühlte sich Sonja ziemlich mittelmäßig zwischen all dem überflüssigen Zeug und die Stunde von 10.30 – 11.30 Uhr lag ihr schwer zudem im Magen.

Sie rasierte zum Ausgleich die schwere Eisenpfanne und föhnte den bassen Fließ-Schlüpfer ihres ältesten Bruders, weil sie schon als kleines Mädchen Schwierigkeiten hatte, dass B und das N auseinanderzuhalten. Dann wusch sie sich und schlenderte durch das buschige Unterholz, weil es sich so gut schreibt.

Später riefen ihre Eltern sie. Aber nicht an, sondern auf – den Balkon, um mit ihr zu reden. Die Kartoffeln sagten, sie, die Kartoffeln fürs tägliche Kartoffelpüree, seien in letzter Zeit nicht mehr so gut gestampft, wie man es von ihr gewohnt sei, nein, sie seien grobklumpig und beinahe ungekocht. Zudem bitter und zu klein. Zudem so parpanös delivjat. Was denn los sei, fragten sie. Und zwar in mehreren Sprachen, derer sie gar nicht mächtig waren.

Sonja zuckte mit den Schultern. Und wie. Sie versuchte ein anderes Zucken, als ihr gewöhnliches, um die Eltern nicht in Sicherheit zu wiegen und um Zeit zu gewinnen. Sie gewann nämlich nie etwas. Nicht einmal Abstand zum Vordermann in einer Reihe vor dem Kiosk, wenn es neue Sohlen aus Polen gab.

Wie auch immer. Sonja zuckte. Und zwar so, dass die Eltern sich nicht in Sicherheit wiegen konnten und daher bewogen, etwas zu wagen.

Konnten sie aber nicht, denn der Text war zu Ende.

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