Ihr erinnert euch vielleicht noch an die Geschichte mit dem Püree aus dem ersten Abenteuer unserer so einzigartig mittelmäßigen Heldin? Ich gehe davon aus, denn aus meiner Perspektive wirkt ihr mir doch recht ausgeschlafen. Um nicht zu sagen mittelmäßig. Aber lassen wir das.
Es ist wohl an der Zeit. An der Zeit, darauf hinzuweisen, dass diese Geschichte eines Tages vermutlich noch genauer erklärt werden wird. Vielleicht aber auch nicht. Manchmal ist das Leben unvorhersehbar, so wie meistens.
Die mittelmäßige Sonja hatte einen Job als Souffleuse in einem mittelmäßigen Theater angenommen. Aus Platzgründen fielen allerdings in den letzten Jahren alle Vorführungen aus. So saß sie nun, einsam in ihrem Souffleusen-Kabeuz und soufflierte Texte ins Leere bis sie einen Zungen-Pilz bekam. Er war selbstredend nur mittelmäßig gefährlich, aber Grund genug, einmal übers Leben nachzudenken.
Das tat die mittelmäßige Sonja. Und zwar genau 14 Sekunden, dann kündigte sie und spielte ehrenamtlich mit den Schalentieren ihres Nachbarn. Dieser hatte eine Sammlung dieser seltsamen Wesen und die mittelmäßige Sonja fühlte sich mittelmäßig zu ihnen hingezogen. Bis sie einem ins Auge stach. Es geschah nicht mit Absicht, aber das Schalentier wehrte sich – mit Absicht vermutlich – und schnitt ihr mit einer seiner Scheren mittelmäßig in den kleinen Finger der linken Hand. Er musste apportiert werden, aber der Chefarzt, Dr. Hundt, brachte ihn ihr wieder. Zum Glück.
Seitdem hatte die mittelmäßige Sonja noch ein bisschen weniger als mittelmäßig Lust auf Spielereien mit Schalentieren und ihr Nachbar wurde sehr einsam.
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