Mittwoch, 25. August 2010

Das neunte deutlich überflüssige Abenteuer der mittelmäßigen Sonja

Es war der Tag, an dem schimmliger Käse salonfähig und das „ß“ erfunden wurde. Ein schwarzer Tag für die Menschheit. Ein sonniger Tag.

Die Kerzen brannten rückwärts und im Dunste der aufsteigenden Straßenteer-Dämpfe stiefelte sich die mittelmäßige Sonja mittelmäßig durch die Promenadierungen rechts und links der Gehwegmitte.

Sie sang ihr Lieblingslied. Ein mittelmäßiges Werk aus der Feder eines absolut unbekannten Versagers mit Klumpfuß und Glubschaugen. Apropos „Glubschaugen“, dachte die mittelmäßige Sonja, die diesen Text hier lesen konnte, noch während er entstand, ich könnte mal wieder … Sie dachte diesen Satz nicht zu Ende, sondern machte eine sehnsüchtige Bewegung mit dem Zeigefinger. Nicht hektisch, nicht langsam, mittelmäßig und etwa auf Höhe des Bauchnabels von Samson aus der Sesamstraße.

Leider war heut niemand auf der Straße, denn es war jener äußerst seltene Mittwoch im September, an dem nie Menschen auf der Straße sind. Aus Angst vor dem Donnerstag.

Der mittelmäßigen Sonja war alles andere als ängstlich zumute. Sie bohrte mit ihrem Finger weiter in der Luft und überlegte, ob der Donnerstag vielleicht Augen hatte. Oder auch nur eins. Ganz egal. Dann würde sie das nehmen.

Es ließ sich dieserzeits nicht mehr herausfinden, womit der Donnerstag die Welt sah, denn es begann zu regnen. Und zwar Schneeflocken aus Grießbrei. Ohne Geschmack. Die mittelmäßige Sonja verbrachte den Tag mundaufwärts und sättigte sich für Monate.

Am Donnerstag allerdings hatte sie mittelmäßiges Bauchweh. Sie blieb im Bett und fuhr Tretboot.

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