Donnerstag, 19. August 2010

Das siebente knrzn Abenteuer der mittelmäßigen Sonja

Die mittelmäßige Sonja hatte einen Erzfeind. Er hieß Gesichts-Man und war sowas wie ein Superheld und alles andere als mittelmäßig.

Gesichts-Man hieß mit bäuerlichem Namen Klaus und wohnte ein Dorf weiter, neben der Weide von Schäfer Franz. Bei seiner Mutter. Gesichts-Man hatte einen unfassbar stylischen Umhang mit allem Schnick Schnack und war immer gut drauf. Seine Geheimwaffe war sein Gute-Laune-Gesicht, ein Grinsen von Ohr zu Ohr, mit Zahnfleisch-Garantie und einer auf perfektem Schmelz basierenden Blend-Garantie. Dazu seine spezielle Oberspezialwaffe: Die zwei nach oben gestreckten Daumen. Es war einfach unwiderstehlich, dieses überdurchschnittliche Super-Lachen. Außer für die mittelmäßige Sonja.

Gesichts-Man superkräftete sich also zeitnah und fortwährend positiv durch die Kieze und wurde immer beliebter, weil er so volksnah war. Die mittelmäßige Sonja fand ihn so mittelmäßig volksnah und applaudierte nicht bei einer öffentlichen Huldigung. Seitdem hassten sie sie sich. Einseitig zwar nur mittelmäßig, aber das nur der Vollständigkeit halber.

Ein anderer Tag. Die mittelmäßige Sonja war gerade dabei Kartoffeln zu stampfen und schaute mittelmäßig aus ihrer verchromten Schälschürze, als es leutete. Ja, ihr habt richtig gelesen, es leutete, denn plötzlich war alles voller Leute im Raum. Dem Küchenraum.

Es waren Journallien und Fotografurien schlimmsten Kalibers. Alle mit Namenskärtchen und einer ohne. Die mittelmäßige Sonja hielt inne, wobei dieser Prozess des Innehaltens selbstverständlich mittelmäßig vonstattenging.
Sie sollte doch eigentlich fragen: Was geht hier vor? Oder vielleicht: Verdammt, was geht hier vor? – Aber trotz dieser zahlreichen Handlungsoptionen hielt sie einfach nur inne.

Da sprang der ohne (Namensschild)hervor und machte eine vertraute Geste. Die mittelmäßige Sonja zuckte mit den Schultern, wie es keiner konnte, den ich kenne und die Fotografurien knippsten ein Blitzlichtgewitter los, dass es einem den Gesichtspansen frittierte.

Die Geste war das Superlachen und der ohne war niemand anderes als Gesichts-Man. Stilistisch gewagt, aber so war es nun mal. Gesichts-Man wollte eigentlich die Journallien und Fotografurien live dabei haben, wenn die mittelmäßige Sonja, als letzter Nicht-Fan dieser Erde, zum letzten Fan dieser Erde wurde. Aber daraus wurde nichts, wie ja gerade schon geschrieben wurde.

So blamurierte sich Gesichts-Man erneut, was seinen Hass nur verfachte. Und zwar um einiges. Es wird nicht die letzte Begegnung zwischen der mittelmäßigen Sonja und Gesichts-Man gewesen sein. Aber die letze für jetze.

Fandet ihr dieses Abenteuer auch so mittelmäßig wie ich? – Dann ruft mich nicht an!

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